„Schon vor Jahren habe ich davor gewarnt, dass der Salafismus bereits an Grundschulen Einfluss nimmt. Vor vier Jahren wurden schon Vorkommnisse gemeldet, die in diese Richtung zeigten, ganz unabhängig von der Schulform. Viele wollten es damals nicht wahrhaben, haben meine Warnungen belächelt oder sogar dementiert. Doch spätestens jetzt sollte allen klargeworden sein, dass der Salafismus auch an Schulen Einzug gehalten hat“, so der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Schon damals haben die Recherchen des CDU-Politikers dieses Bild vermittelt: Junge Männer und Frauen, noch in der Entwicklung, die der religiöse Extremismus in den Bann zieht. Oftmals beginnt es nur mit der Beschimpfung anderer, nicht-muslimischer oder andersgläubiger Kinder. Es folgt eine deutliche Abgrenzung von ihnen, die Verweigerung von gemeinsamen Sport- oder Schwimmunterricht, von Klassenfahrten oder anderen Veranstaltungen im Klassenverbund. Es gab sogar Grundschulen, in denen Lies-Korane von manchen, aus einem salafistisch-geprägten Elternhaus stammenden Kindern an ihre Mitschüler verteilt wurden.

„All das, was wir heute sehen, war schon damals zu erkennen. Heute gibt es wissenschaftliche Untersuchungen und politische Diskussionen dazu. Wichtig ist es aber die Warnungen endlich ernst zu nehmen und zu handeln. Schon seit Jahren gibt es Jugendliche mit salafistischen Tendenzen an den Schulen, die ihre Auffassungen ungehindert weitergeben können und damit ihre Mitschüler infizieren. Es gab immer wieder, fast täglich Versuche der Salafisten, bundesweit Schulhöfe zu besuchen und Schülerinnen und Schüler dort anzusprechen, Lies-Korane zu verteilen, sie zu konvertieren oder zu rekrutieren. Um das in Zukunft zu verhindern, braucht es eine starke Präventionsarbeit. Schulen müssen auf diese salafistischen Tendenzen und Aktivitäten vorbereitet sein. Dazu braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Schulbehörden, Sicherheitsbehörden aber auch Moscheegemeinden und der Politik. Aufklärung und Prävention müssen großflächig angelegt werden, damit sie greifen“, so Tipi.

„Es geht nicht darum, muslimische Schülerinnen und Schüler unter Generalverdacht zu stellen. Es ist ein kleiner Anteil an salafistisch-geprägten Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen. Aber für eine friedliche Zukunft ist jeder einzelne davon einer zu viel. Wir dürfen die Augen vor den Gefahren, Bedrohungen und der bitteren Realität nicht verschließen. Manchmal sind es nur kleine Anzeichen, aber genau diese müssen wir erkennen, um rechtzeitig eingreifen zu können. Ein gutes Miteinander in der Schule und in den Klassen kann nur gelingen, wenn es frei von extremistischen Gedanken ist, egal welcher Art.“

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