Seit fünfzehn Jahren findet im hessischen Landtag die MINT-Messe Hessens statt. Auch in diesem Jahr wurden wieder innovative Schulprojekte der MINT-Fächer (Mathematik, Informationstechnologie, Naturwissenschaften und Technik) präsentiert und ausgezeichnet.

„Damit soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler an diesen Fächern geweckt und gefördert werden. Ich freue mich, wenn sich gerade junge Menschen für die Forschung interessieren. Sie sind unsere Zukunft und können sie mit neuen und innovativen Ideen besser machen“, so der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Auch an der Dietzenbacher Heinrich-Mann-Schule (HMS) gibt es das Projekt „MINT ohne Grenzen“. Seit einigen Wochen gibt es dort die Arbeitsgemeinschaft „Klima-Werkstatt“. Acht Fünft- und Sechstklässler wollen „nicht nur reden, sondern selbst etwas für die Umwelt tun“. Geplant sind zunächst zwei Projekte: Anlage und Betreuung der Wildbienenwiese und das große Thema Kunststoff. Diese Projekte haben Angelina, Sophie, Sue und Nick auch im Hessischen Landtag dem Präsidenten Norbert Kartmann und dem örtlichen Abgeordneten Ismail Tipi vorgestellt und präsentiert.

Für die Wildbienenwiese haben ganz viele Lehrer und Schüler am Tag der Nachhaltigkeit einen Acker vor den Biologieräumen gejätet und umgegraben. Die Schüler und Schülerinnen der Klima-Werkstatt haben vor vier Wochen entlang der Fenster ein Frühblüherbeet mit über 400 Blumenzwiebeln angelegt. Außerdem pflanzte die AG viele Stauden für Wildbienen und Schmetterlinge in Kübel. Während des Winters werden Hochbeete für weitere Stauden sowie diverse Wildbienenhotels gebaut. Danach erstellen die Schüler Lerntafeln zu Honig- und Wildbienen.

Wenn alles fertig ist, wird die Wildbienenwiese auch für den Biologieunterricht der HMS genutzt werden. Für Grundschulen soll es Führungen und Workshops geben. Sogar mit Lego, damit auch die Kleinen lernen, dass MINT und Nachhaltigkeit zusammengehören.

Neben den Wildbienen interessieren sich die Schüler auch sehr stark für das Thema Kunststoff. Sie wollen lernen, wie Kunststoff entsteht und was nach seiner Nutzung mit ihm passiert. Sie wollen Plastik sammeln gehen, eine Mehrwegtasche in Dietzenbach einführen und ganz viel darüber reden – auch in der Öffentlichkeit.

Unterstützung in beiden Projekten erhalten die Dietzenbacher Schüler und Schülerinnen von Kindern aus Rodgau. Ehemalige Schüler von Petra Carbon haben in den letzten Jahren ganz viele unterschiedliche Projekte durchgeführt. Gerade für das Plastikprojekt haben sie etliche Preise bekommen, auch international.

Allerdings würden die Rodgauer Kinder gerne an ihrem Lieblingsprojekt „Kenia“ weiterarbeiten. Dafür hatten sie im Frühjahr auf der Rodgauer Bildungsmesse mit einem eigenen Stand soviel Geld gesammelt, dass sie ein mobiles Lernkino für Kenia finanziert haben. Daraus wurde wiederum die Mobile Umweltschule Kenia. Aktuell sammeln sie Geld, um Solarlampen für Kenia zu finanzieren. Mit diesen Lampen können Kinder in Kenia auch abends nach Sonnenuntergang Hausaufgaben machen.

Damit also die hochmotivierten Kinder sowohl in Dietzenbach als auch in Rodgau an „ihren Projekten“ arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können, geht die HMS einen völlig neuen Weg. Im Zeitalter von Internet und Co. eröffnen die beiden Dietzenbacher Lehrer Benedict Pietsch und Petra Carbon einen virtuellen Klassenraum. Jeder einzelne, der im virtuellen Klassenraum mitarbeiten will, bekommt eine separate Einladung. Nach der Anmeldung können die Kinder Dokumente und andere Inhalte teilen und chatten. Sie sind unabhängig von „Unterrichtszeiten“ und anderen Einschränkungen. Selbstverständlich lernen die Schüler auch, wie man sich in der virtuellen Welt richtig verhält. Und ab und zu treffen sie sich persönlich.

Da ihre Eltern voll hinter dem Projekt stehen, fahren die sie auch mal hin und her. So wie auch kürzlich zum Hessischen Landtag, wo beide Gruppen gemeinsam ihr Projekt präsentierten. Voller Stolz erklärten sie dabei auch Norbert Kartmann, Präsident des Hessischen Landtags, sowie Ismail Tipi, der den Wahlkreis 45 (Offenbach-Land II) im Hessischen Landtag vertritt, ganz genau ihre Ideen und Vorhaben. Denn die jungen Menschen planen bereits in die Zukunft: Sie wollen mit Klaus Berger, dem Initiator von „Licht für Kenia“ ein Schülernetzwerk Nord-Süd gründen. Denn was zwischen Städten geht, geht auch über Kontinente. Eben MINT ohne Grenzen.

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