Laut einer kürzlich veröffentlichten, von Kriminalwissenschaftler Christian Pfeiffer geleiteten Studie zu Ursachen von Zuwanderkriminalität in Niedersachsen sollen acht Prozent muslimischer Schüler die gewaltsame Ausbreitung des IS befürworten. Das geht aus einem Unterpunkt „Extremismus und fundamentalistischer Islamismus“ hervor. Darin wird auch über bislang nicht öffentlich präsentierte Ergebnisse einer 2015 repräsentativ durchgeführten Schülerbefragung berichtet. Demnach sollen sogar einige Schüler Sympathien für Terroranschläge und islamistisch-motivierte Gewalt gezeigt haben. Befragt wurden 10.638 Jugendliche der neunten Jahrgangsstufe, 500 von ihnen gaben an, muslimischen Glaubens zu sein.

„Auch, wenn es nur eine geringe Anzahl an Schülern gewesen ist, die diese Angaben gemacht haben, so ist diese Zahl doch mehr als erschreckend. Es zeigt ganz deutlich, dass wir ein großes Problem haben. Salafismus an Schulen ist kein übertriebenes Szenario. Im Gegenteil bereits in jungen Jahren scheinen diese Ideologien bei den Schülern einen gewissen Reiz zu haben. Sie lassen sich von diesen kranken Vorstellungen einlullen und hinterfragen nicht, was der IS und die Unterstützung einer Terrororganisation wirklich bedeuten. Dass einige Schüler sogar Sympathien für Anschläge gezeigt haben sollen, schockiert mich. Wir müssen unbedingt verhindern, dass Jugendliche in diese Szene abgleiten. Anschläge, der Kampf gegen „Ungläubige“, das sind keine Kavaliersdelikte“, warnt der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi angesichts dieser Zahlen.

Laut "Die Welt" kann sich jeder Dritte der muslimischen Schüler, die Angaben machten, „gut vorstellen, selbst für den Islam zu kämpfen und mein Leben zu riskieren“. Über 27 Prozent stimmten der Aussage „Die islamischen Gesetze der Scharia, nach denen zum Beispiel Ehebruch oder Homosexualität hart bestraft werden, sind viel besser als die deutschen Gesetze“ zu. Sogar 3,8 Prozent bejahten gar den Satz: „Muslimen ist es erlaubt, ihre Ziele notfalls auch mit terroristischen Anschlägen zu erreichen.“ Knapp 20 Prozent stimmten der Aussage „Muslime werden auf der ganzen Welt unterdrückt; dagegen müssen sie sich mit Gewalt zur Wehr setzen“ zu. Diese Zahlen gelten in etwa auch für den Satz „Es ist die Pflicht jedes Muslims, Ungläubige zu bekämpfen und den Islam auf der ganzen Welt zu verbreiten“ und dafür, dass „gegen die Feinde des Islams“ mit aller Härte vorgegangen werden müsse.

„Natürlich können wir nicht genau sagen, ob alle Schüler wahrheitsgetreu und gemäß ihren Überzeugungen die Fragen beantwortet haben. Es kann dabei auch bewusst übertrieben worden sein. Aber nichtsdestotrotz sind diese Angaben mehr als erschreckend. Wir dürfen sie auf keinen Fall verharmlosen. Ich glaube auch, dass es kein alleiniges Problem von Niedersachsen ist. Prävention ist das A und O, um solchen Tendenzen frühzeitig entgegenzuwirken. Dazu müssen wir alle Hand in Hand arbeiten. Nur gemeinsam können wir verhindern, dass bereits Jugendliche zu Salafisten werden, das radikale Gedankengut annehmen und dann auch unter den anderen Mitschülern verbreiten. Wir müssen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit allen anderen Beteiligten aufklären, welche Gefahren sich hinter dem IS, dem Salafismus und dem Kamp gegen „Ungläubige“ verbirgt. Nur wenn wir verdeutlichen, dass der Weg zum IS ein fast sicherer Pakt mit dem Tod ist und es meist keinen Weg zurück gibt, können wir vielleicht die Jugendlichen von diesem Schritt abhalten. Gleichzeitig müssen wir aber auch dafür sorgen, dass die salafistischen Netzwerke zerschlagen werden. IS-Propaganda darf nicht mehr im Internet zu finden sein. Hassprediger müssen des Landes verwiesen werden, damit sie nicht zu Vorbildern für Jugendliche werden. Wir müssen eine klare und harte Linie gegen die Salafisten und Radikalislamisten zeigen.“

https://www.welt.de/politik/deutschland/article172327527/Kriminalitaetsstudie-Islamistische-Tendenzen-im-Klassenzimmer.html

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