Das Thema „Vielehen“ ist nicht zuletzt auch durch die Zuwanderung zahlreicher Flüchtlingen aus einem anderen Kulturkreis in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt. Jetzt hat Bayern eine Bundesratsinitiative gegen im Ausland geschlossene Vielehen gestartet. Anlass war der Fall eines irakischen Mannes, der mit zwei Frauen und 13 Kindern nach Deutschland kam. Das Problem: Die Ehe wurde in Syrien regulär geschlossen, dort ist Polygamie erlaubt.

„Es ist wichtig, dass wir eine klare Rechtslage in solchen Fällen schaffen. Es kann nicht sein, dass wir Polygamie dulden, auch wenn sie in einem anderen Land rechtskräftig geschlossen wurde. Hier dürfen wir nicht mit zweierlei Maß messen. Immerhin gilt in Deutschland nicht umsonst sogar eine Freiheitsstrafe auf Polygamie. Deshalb muss künftig klar sein, dass solche Vielehen hier keine Gültigkeit haben und aufgehoben werden müssen, auch wenn sie im Ausland geschlossen wurden“, schließt sich der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi damit der Forderung aus Bayern an.

„Polygamie widerspricht nicht zuletzt auch unseren Werten und unserer Rechtsordnung. Was für deutsche Staatsbürger gilt, muss auch für alle anderen gelten, die hier bei uns leben wollen. Hier dürfen wir keine Ausnahme machen. Den Menschen muss klar sein, dass, wenn sie in unser Land kommen, sie sich an unsere Gesetze und Regeln zu halten haben. Dazu gehört auch, dass nur die Ehe mit einer Frau erlaubt ist. Das müssen sie akzeptieren. Können sie das nicht, dann müssen sie zu ihrem eigenen Wohl unser Land wieder verlassen. In solchen Fällen dürfen wir nicht nachgeben.“

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