Eine Dunkelziffer-Statistik der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ nennt erschütternde Zahlen. In Deutschland sollen mindestens 70.000 Frauen Opfer von Genitalverstümmelung sein. Weitere 17.600 Mädchen sind akut davon bedroht, Opfer zu werden.

„Was mich zusätzlich zu diesen bereits immens hohen Zahlen erschauern lässt: Die Zahlen steigen. Jedes Jahr sind mehr Frauen von dieser grausamen und barbarischen Praxis der Genitalverstümmelung betroffen. Allein seit 2016 ist die Zahl um 44 Prozent gestiegen“, so der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Grund dafür ist vor allem auch die Zuwanderung aus Ländern wie Somalia und Eritrea, in denen die Genitalverstümmelung weit verbreitet ist, wie aber auch in vielen anderen afrikanischen Staaten. Meistens finden die Verstümmelungen im Ausland statt. Nicht selten sind es grausame Methoden, die die Mädchen in jungen Jahren durchmachen müssen, mit weitreichenden Spätfolgen, physisch und psychisch. Nach Angaben von UNICEF sind weltweit ca. 125 Millionen Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen.

„Eine rituelle Genitalverstümmelung bei jungen Mädchen ist mit unseren westlichen, modernen Werten moralisch in keinster Weise vereinbar. Daher ist es wichtig, dass der Staat auf allen Ebenen dagegen vorgeht und diese barbarische Praxis bekämpft. Es freut mich, dass bereits seit September 2013 die Verstümmelung weiblicher Genitalien als eigener Straftatbestand gemäß § 226 Strafgesetzbuch (StGB) eingestuft wird. Sie kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Aber auch derjenige, der an einer Genitalverstümmelung teilnimmt, zu ihr anstiftet oder sie auch nur duldet, muss damit rechnen, zumindest wegen Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt zu werden“, so Tipi.

„Gleichzeitig müssen wir aber auch dafür sorgen, dass nicht noch mehr Mädchen und junge Frauen Opfer werden. Beispielsweise kann das Jugendamt tätig werden und bei einem Verdacht, dass das Kind verstümmelt werden könnte, es seiner Familie entziehen. Wichtig sind ebenso gezielte Anlaufstellen, an die sich die Mädchen wenden können. Aber auch die Aufklärung ist sehr wichtig. Wir dürfen das Thema nicht totschweigen, sondern müssen offen darüber sprechen und die Gefahren und Probleme aufzeigen. Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten und den Menschen verdeutlichen, warum Genitalverstümmelung eine große Gefahr für die Zukunft der Mädchen darstellt und auch für die zukünftigen Kinder.“

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