Es scheint zunächst nur ein kleiner Vorfall zu sein: Eine betrunkene Frau beleidigt Passanten am Stuttgarter Hauptbahnhof und geht sie körperlich an, woraufhin die Polizei gerufen wird. Als diese dann versucht, die Frau zur Dienststelle zu bringen, wehrt sich die 38-Jährige dagegen, wirft den Beamten Rassismus vor und bittet die umstehenden Personen darum, einzugreifen und die Situation zu filmen.

„Solch ein Vorfall zeigt, womit die Polizeibeamten zu kämpfen haben. Selbst bei solch einem Routineeinsatz, der mit Sicherheit in ähnlicher Art schon öfters vorgekommen ist, sahen sich die Polizistinnen und Polizisten mit dem Vorwurf konfrontiert, sie würden rassistisch handeln. Für mich ist das ein Kernproblem bei der Arbeit der Sicherheitsbeamten. Da fragt man sich doch: Wie soll die Polizei ungehindert ihre Arbeit machen, wenn ihr immer häufiger solche Vorwürfe und damit einhergehend solch ein Misstrauen entgegengebracht wird?“

Der CDU-Landtagsabgeordneten Ismail Tipi fürchtet, dass die Polizei ihrer Arbeit nicht mehr effektiv nachkommen kann, wenn sie immer öfters als Feindbild statt als Freund und Helfer wahrgenommen wird. „Die Polizei braucht das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, das ist die Basis ihrer Arbeit. Nur dann kann sie uns beschützen. Wenn aber immer mehr Menschen in der Polizei ein Organ staatlicher Willkür sehen und auch Kriminelle teilweise reflexartig den Vorwurf der Diskriminierung oder des Rassismus erheben, dann wird es für die Beamten immer schwieriger, ihre Arbeit zu machen und für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu sorgen.“

Umso mehr freut Tipi das neuste ZDF-Politbarometer. Dieses besagt, dass 83 Prozent der Befragten die Entwicklungen in Stuttgart und die Gewalt gegen Polizisten große Sorgen machen. Sogar 86 Prozent hat demnach großes oder sogar sehr großes Vertrauen in die Polizei. „Das sind Zahlen, die Grund zur Hoffnung geben. All jene, die der Polizei vertrauen, sollten dies auch deutlich machen, denn es ist wichtig, dass sich auch die Polizei dessen bewusst ist und diesen Rückhalt spürt.“

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