Heute beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan. Seit einigen Jahren ist hierbei ein klarer Trend zu beobachten: Die Zahl muslimischer Schülerinnen und Schüler, die den fasten Monat Ramadan begehen, nimmt kontinuierlich zu. Die Tatsache, dass sie dabei weder essen noch trinken, wird insbesondere dann zum Problem, wenn Grundschulkinder und Prüflinge, häufig gar Abiturienten, das Fastengebot halten: Gerade in den anstehenden Klausurphasen kann das Fasten zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Für den hessischen Landtagsabgeordneten Ismail Tipi ist klar: „Es ist falsch zu behaupten, dass Fasten auch für Grundschulkinder unbedingt notwendig ist. Führende Islamschulen sagen, dass der Koran ein Fasten erst ab dem Eintreten der Pubertät gebietet. Schulkinder, die mit einem Kreislaufkollaps zusammenbrechen, zeugen von einem falschen Verständnis. Das Wohl der Kinder muss an erster Stelle stehen.“

Häufig finden Appelle wie dieser jedoch kaum Gehör. Insbesondere in konservativen muslimischen Familien herrscht ein Klima, dass ein Fasten in immer früheren Jahren einfordert. Die Kinder solcher Familien fasten dann schon im Grundschulalter und geben sich als Vorbilder aus, was andere muslimische Mitschüler anregt, ihrem Beispiel zu folgen. Gerade diejenigen, die einen westlichen Lebensstil haben, geraten mit diesen fundamentalistisch gesinnten Jugendlichen in Konflikt, weiß der Abgeordnete Tipi.

„Schüler, die nicht fasten, werden von fastenden Mitschülern ausgegrenzt, gemobbt oder einfach ausgeschlossen. Wir müssen deshalb die Präventionsarbeit verstärken und den radikalen Tendenzen entschieden entgegentreten. Nur so können wir für das Wohl unserer Kinder und den sozialen Frieden in den Klassenzimmern und auf den Schulhöfen eintreten.“

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