Vor genau achtzig Jahren, am 1. September 1939, begann mit dem Überfall auf Polen der zweite Weltkrieg. Die Nationalsozialisten inszenierten den Kriegsausbruch als Verteidigungsakt gegen Polen, wodurch sie die Schuld von sich selbst ablenken und den Blitzkrieg vertuschen wollten. Der so begonnene zweite Weltkrieg forderte allein in Polen rund 6 Millionen Tote. Den insgesamt über 65 Millionen Toten des Krieges und den rund 6 Millionen Toten des Holocausts wird heute in Europa gedacht.

Ismail Tipi, Abgeordneter der CDU-Fraktion im hessischen Landtag, nutzt den heutigen 1. September für einen Appell: „Die Toten des zweiten Weltkriegs, derer wir heute gedenken, lehren uns vor allem zwei Dinge. Erstens: Nie wieder Krieg! Und zweitens: Nie wieder allein! Die Konsequenz dieser beiden Lehren haben wir in Europa durch die Gründung der Europäischen Union gezogen. Damit setzen wir um, was die Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland in der Präambel des Grundgesetzes festgeschrieben haben, nämlich das Deutschland der Förderung des Friedens und der Verständigung in der Welt dienen solle und nie mehr kriegerische Handlung von deutschem Boden ausgehen dürfe.“

Allerdings sieht der Abgeordnete diese Lehren heute in großer Gefahr: „Der in ganz Europa aufkeimende Nationalismus und Populismus bedroht die friedliche Ordnung der Nachkriegszeit, die wir in Europa geschaffen haben. Ich habe große Sorge, dass die Schrecken und Grauen des Weltkrieges in Vergessenheit geraten könnten oder von den Stimmen übertönt werden, die mehr Nationalstaat und weniger Europa fordern. Deutschland hat eine historische Verantwortung sich solchen Strömungen entgegenzustellen und das friedliche Zusammenleben in Europa zu verteidigen. Wir leben auf diesem Kontinent nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die längste Zeit in der Geschichte, über 70 Jahre, in Frieden, Freiheit und Sicherheit zusammen. Die Toten des Weltkrieges mahnen uns, an dieser europäischen Friedensordnung festzuhalten, solidarisch miteinander umzugehen und uns für eine blühende, widerstandsfähige und lebendige Demokratie einzusetzen. Und das ist eine Aufgabe, die es weit über den heutigen Tag hinaus anzupacken gilt.“

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