In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben dutzende Jugendliche in Kleingruppen in der Baden-Württembergischen Hauptstadt Stuttgart randaliert.

20 Tatverdächtige wurden bei den Krawallen noch in der Nacht festgenommen, zwölf Polizisten wurden verletzt. Eskaliert war die Situation offenbar bei einer routinemäßigen Drogenkontrolle, die die Polizei kurz nach Mitternacht in der Nähe des Schlossplatzes durchgeführt habe. Innerhalb kürzester Zeit sollen sich eine größere Anzahl vorwiegend jugendlicher Männer gegen die Polizei solidarisiert und begonnen haben, zu randalieren: Am Schlossplatz und in der benachbarten Königsstraße wurden Pflastersteine aus dem Boden gerissen, Schaufenster eingeschlagen und Geschäfte geplündert. Zudem wurden dort abgestellte Streifenwagen der Polizei wahllos beschädigt und Polizisten, die die Lage beruhigen wollten, angegriffen.

„Die Situation ist völlig außer Kontrolle“, sagte ein Polizeisprecher am frühen Sonntag in Stuttgart. Um die Kontrolle zurückzuerlangen seien Polizeikräfte aus dem ganzen Land und aus benachbarten Bundesländern zusammengezogen worden. Die Lage habe sich zum Morgen hin entschärft. Zu den Motiven gibt es noch keine offiziell bestätigten Angaben. Quellen zufolge könnte aber die linksextremistische Antifa mit den Krawallen in Verbindung stehen.

Ismail Tipi, Abgeordneter im Hessischen Landtag und Vorsitzender des Vereins „Pro Hilfskräfte - Hände weg“, ist von den Ausschreitungen zutiefst betroffen: „Davor habe ich schon oft gewarnt. Die Geringschätzung von Rechtsstaat und der staatlichen Gewalt sowie ihrer Vertreter bei der Polizei unter Jugendlichen ist brandgefährlich für unser Land. Wozu dieser Verlust an Werten und Tugenden führen kann, hat diese Nacht deutlich gezeigt. Ich verurteile die Krawalle, ganz besonders aber die Angriffe auf die Polizei, auf das allerschärfste und fordere eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Vorgänge. Die Täter müssen mit der vollen Härte des Rechtsstaates, gegen den sie sich in dieser Nacht selbst gewandt haben, bestraft werden. Den verletzten Polizisten wünsche ich schnelle Genesung und danke allen Polizei- und Rettungskräften für ihren unermüdlichen Einsatz: Der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung kennt Euch als Freund und Helfer und weiß Euren Einsatz für unser Land und unsere Sicherheit zum Wohle unserer Freiheit zu schätzen. Es macht mich traurig und wütend, dass es einigen schwarzen Schafen immer wieder gelingt, ein anderes Bild Eures Engagements zu zeichnen.“

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