Die deutschen Sicherheitsbehörden halten die Gefährdungslage, die vom IS und seinen Anhängern ausgeht, weiterhin für hoch. Trotz des Todes des Anführers des IS gehen die Behörden nicht davon aus, dass die Bedrohung durch radikale Islamisten gesunken ist. Auch der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi hatte diese Befürchtung kurz nach dem Tod al-Bagdadi’s auch schon geäußert.

„Deutsche IS-Kämpfer und Anhänger können die Situation in Syrien nutzen und wieder Richtung Deutschland fliehen. Sie sind indoktriniert und radikalisiert. Von ihnen kann daher eine nicht unerhebliche Gefahr ausgehen. Das müssen wir sehr ernst nehmen und dafür sorgen, dass IS-Rückkehrer nicht unbemerkt in unser Land einreisen können“, warnt Tipi.

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Bruno Kahl, stellte bei einer Anhörung im Bundestag fest, dass durch die Situation in Syrien die Gefährdung durch den IS insgesamt steige. Er warnt auch davor, dass Anschläge ferngesteuert werden könnten. Viele noch gefangene deutsche IS-Anhänger wollten nach Erkenntnissen des Bundesinnenministeriums wieder nach Deutschland zurückkehren. Ende September waren in Syrien noch 111 deutsche Männer und Frauen sowie an die 120 Kinder in Gefangenschaft.

„Das ist eine große Zahl an IS-Anhängern. Ganz gleich ob Männer oder Frauen zurückkehren, von ihnen beiden kann gleichermaßen eine große Gefahr ausgehen, selbst von den Kindern, die nur diese Ideologie und den Kampf dafür kennen. Auch bei weiblichen oder jungen IS-Anhängern dürfen wir daher nicht blauäugig sein, auch sie haben sich über Monate oder Jahre in Syrien und in Kriegsgebieten aufgehalten. Auch von ihnen kann eine Gefahr ausgehen, die wir nicht unterschätzen dürfen. Daher müssen wir alles daran setzen, eine unkontrollierte Rückkehr zu verhindern, auch europaweit. Nach dem Tod al-Bagdadi‘s und der Ernennung von Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi als sein Nachfolger hat der IS eine Botschaft gesendet, er wolle seine Mission fortsetzen. Das ist ein klares Zeichen, dass wir uns nicht in Sicherheit wägen dürfen. Wir müssen im Gegenteil höchst wachsam sein und weiterhin aktiv mit allen uns zur Verfügung stehen rechtsstaatlichen Mitteln gegen den IS, seine Anhänger und Gefährder vorgehen.“

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