Laut Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage rechnet sie mit mehr als hundert Dschihadisten-Kindern, die als Rückkehrer nach Deutschland zurückkommen. Nach Informationen geht es um eine niedrige dreistellige Zahl von Minderjährigen, ein Großteil davon im Baby- beziehungsweise Kleinkindalter.

„Diese Zahlen sind erschreckend und sie stellen uns auch vor eine große Herausforderung. Viele dieser Kinder und Jugendlichen sind vielleicht bereits über Jahre und von klein auf radikalisiert worden. Zum Teil sind sie auch in Syrien oder im Irak geboren und kennen unsere westliche Welt, Demokratie und Freiheit nicht. Die anderen haben sich von der Ideologie der Dschihadisten einfangen lassen und verachten all das, was uns wichtig ist. Sie sehen uns als „Kuffar“, Ungläubige. Wenn sie mit diesen Einstellungen hierher zurückkehren, können vor allem die älteren Kinder für unsere Gesellschaft und das friedliche Zusammenleben eine große Gefahr darstellen“, warnt der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi angesichts der Zahlen.

„Wir müssen genau hinschauen, wer in unser Land kommt. Es mag sein, dass der ein oder andere Reue zeigt und sich abwendet vom Islamischen Staat, aber wir dürfen uns auch nicht täuschen lassen. Die Kinder und Jugendlichen haben lange Zeit unter furchtbaren Bedingungen gelebt, sind vielleicht sogar damit aufgewachsen. Wenn sie hier auf salafistische Netzwerke treffen, die denselben Ideologien nacheifern, dann werden sie sich dort schnell heimisch fühlen. Eine Deradikalisierung ist dann sehr schwierig. Deshalb müssen wir uns genau überlegen, wie wir mit diesen Dschihadisten-Kindern umgehen, wenn sie in unser Land kommen. Sie wurden zum Teil zum Kampf gegen uns erzogen, daher sollten wir nicht zu gutgläubig sein. Gerade die Kinder ab dem Schulalter müssen deshalb von Anfang an unsere westlichen, demokratischen Werte lernen.“

Laut Bundesregierung sollen nach offiziellen Zahlen in den vergangenen Jahren rund 960 Islamisten aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausgereist sein. Die Dunkelziffer ist eher noch höher. Von etwa einem Drittel der Ausgereisten weiß die Bundesregierung dem Bericht zufolge, dass sie wieder zurück in Deutschland sind. Eine vermehrte Rückreise von Frauen, Jugendlichen und Kindern sein vor allem im Zusammenhang mit den großen Gebietsverlusten des IS zu beobachten.

« Dank an die Polizei Ismail Tipi fordert öffentliche Beleidigungen gegenüber der Polizei, wie die Abkürzung ACAB, zu verbieten »