Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover erregte vor einigen Monaten Aufmerksamkeit mit der Einführung der sogenannten „geschlechtergerechten Verwaltungssprache“. Der gesamte offizielle Schriftverkehr der Stadt, sowie Formulare, Presseartikel und Broschüren fällt darunter und zwingt die Angestellten der Stadt neutrale Begriffe wie Lehrende statt Lehrer und Lehrerinnen oder Redepult statt Rednerpult zu gebrauchen. Falls dies nicht möglich sein sollte, sind die Angestellten dazu angewiesen, das Gendersternchen zu benutzen. Auch soll auf die Anrede Frau oder Herr verzichtet werden, um Personen des dritten Geschlechts nicht auszuschließen. Stattdessen sollen die Betroffenen zum Beispiel mit dem Vornamen angesprochen werden. Dortmund hat nun angekündigt Hannover in dieser Angelegenheit 2020 nachzufolgen.

Der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ismail Tipi, äußert sich verständnislos über das Vorgehen der Städte: „Sprache ist ein essentieller Teil unserer Kultur. Einen solch tiefgreifenden Eingriff in unsere Sprache kann ich nur als krampfhafte und ideologische Verwässerung bezeichnen. Gerade Verwaltungssprache muss klar und präzise sein, um Missverständnisse und unnötige Kosten zu vermeiden.“

Die geschlechtergerechte Sprache ist politisch weitgehend umstritten. Die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag fürchtet um den Verlust der Verständlichkeit von Sprache und sieht den Lesefluss bedroht.

Auch der Verein Deutscher Sprache e.V. sieht geschlechtergerechte Sprache kritisch und bezeichnet sie als unnötige Verzerrung, die Kommunikation unnötig erschwert und darüber hinaus keine Hilfe im Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen darstellt. Aus diesem Grund hat der Verein eine Petition gestartet, die bereits mit namhaften Unterstützern unter dem Motto: „Wir verbitten uns den Eingriff von oben in unsere Sprache. Die staatlich verordnete Indoktrinierung darf nicht Schule machen. Sprache darf kein Spielball politischer Interessen werden.“ aufwarten kann.

„Ich kann mich der Sicht des Vereins Deutscher Sprache e.V. nur anschließen“, so Tipi. „Eine laute dauerempörte Minderheit von Gender-Fundamentalisten versucht verzweifelt, Diskriminierung in jede Pore unserer Gesellschaft zu dichten und schreckt nicht davor zurück, dafür unsere Identität auf dem Altar der falsch verstandenen Toleranz zu opfern. Wir dürfen unsere Sprache nicht im Zeichen einer falschverstandenen Toleranz opfern, sondern sind dazu aufgefordert, sie zu schützen und zu bewahren. Deshalb unterstütze ich die Petition des Vereins.“

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