In einem Bericht für den Innenausschuss des Nordrhein-Westfälischen Landtags wurden diese Woche neue Zahlen zu Messerangriffen veröffentlicht. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul zieht in diesem Bericht basierend auf den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik eine erschreckende Bilanz. Seit dem 01. Januar 2019 wird das Tatmittel „Messer“ in NRW als eigenes Tatmittel in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Allein im vergangenen Jahr kam es in Deutschlands größtem Bundesland zur Erfassung von 6.736 Tatverdächtigen, die ein Messer als Tatwaffe verwendet haben sollen. Aus der vorgestellten Jahresbilanz geht außerdem hervor, dass 2.645 der Tatverdächtigen keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Nach Deutschland stammen die meisten Tatverdächtigen aus der Türkei, Syrien und Polen, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht.

Ismail Tipi, Abgeordneter des Hessischen Landtags, ist von diesen Zahlen schockiert und alarmiert: „Das Messer scheint zur neuen Trend-Waffe in der Verbrecher-Szene zu werden. Die hohe Zahl der Straftaten, bei denen ein Messer zum Einsatz kam, überrascht mich dennoch nicht, denn es ist eine zunehmende Verrohung in der Gesellschaft zu spüren. Allerdings muss uns die unfassbar hohe Zahl der Messerangriffe alarmieren: So kann und darf es nicht weitergehen. Der Staat ist in der Pflicht, für die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger zu sorgen. Daher ist es äußerst wichtig, die öffentliche Sicherheit weiter zu stärken, beispielsweise durch eine Stärkung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen oder eine weitere Verbesserung der personellen und materiellen Ausstattung der Polizei. In Hessen geht die schwarz-grüne Landesregierung unter Innenminister Beuth den richtigen Weg, indem sie viel Geld in die Ausstattung der Polizei investiert und mit verschiedenen Programmen, beispielsweise der KOMPASS-Initiative, auf Prävention und Stärkung der öffentlichen Sicherheit setzt.“

Ismail Tipi setzt sich im Landtag dafür ein, dass diese Marschroute auch weiterhin konsequent verfolgt wird: „Die Messerattacken von Augsburg oder München zum Ende des letzten Jahres, bei denen ein Feuerwehrmann tödlich verletzt und ein Polizist schwer verletzt wurde, bestätigen mich nur in meiner Auffassung, dass wir zukünftig noch konsequenter handeln müssen. Ich begrüße daher ausdrücklich die Ausweitung sogenannter Waffenverbotszonen und plädiere dafür, diese auch in den Innenstädten und an stark belebten Plätzen einzuführen, so wie es beispielsweise bereits in Wiesbaden der Fall ist. Damit geben wir der Polizei die notwendigen Befugnisse an die Hand, frühzeitig zu intervenieren und zu verhindern, dass Messer an öffentlichen Orten genutzt werden können, um Schaden anzurichten, Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Zugleich möchte ich aber ausdrücklich vor einer Panik warnen: Die Polizei und die Sicherheitsbehörden leisten außerordentlich gute Arbeit, um uns täglich vor Gewalttaten zu schützen. Es gilt sie hierbei bestmöglich zu unterstützen und uns keinesfalls einschüchtern zu lassen, denn ebenso wie Freiheit Sicherheit braucht, braucht auch Sicherheit Freiheit, denn auch absolute Sicherheit nützt keinem, wenn wir dafür die Freiheit aufgeben.“

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