In Offenbach hat eine dritte Zweigstelle des Präventionsnetzwerks „Violence Prevention Network“ (VPN) eröffnet. Die in Berlin gegründete Organisation beschäftigt sich mit religiösem Extremismus, Salafismus und Radikalisierungsprozessen junger Menschen, die sich dem IS angeschlossen haben und Hass sowie gewalterfüllte Absichten in sich tragen. Diese Form der Radikalisierung wird oftmals durch fehlende Anerkennung in der Gesellschaft vor allem bei Menschen mit Migrationshintergrund hervorgerufen.

„Ich freue mich sehr, dass diese Beratungsstelle in Offenbach eingeweiht wurde. Wir müssen die Ausbreitung des religiösen Extremismus in unserem Land aufhalten. Wir müssen Grenzen aufzeigen und klarmachen: Wer mit gewalttätigen Absichten nach Deutschland kommt, der ist hier fehl am Platz. Es ist unserer Pflicht, jegliche Form einer beginnenden Radikalisierung konsequent zu stoppen, denn es geht um die Sicherheit unsere Bürgerinnen und Bürger. Wir dürfen nicht zulassen, dass junge Menschen in diesen Abgrund rutschen“, so der CDU-Abgeordnete Ismail Tipi.

In Hessen leben nach offiziellen Angaben zurzeit rund 700 Salafisten. Seit 2014 haben die Mitarbeiter des VPN in Hessen 156 Institutionen, darunter Schulen und Kitas, 150 Angehörige und 151 mögliche Gefährder beraten und begleitet. Der Hinweis auf Radikalisierung komme dabei häufig aus der Schule oder dem Bekanntenkreis. Etwa 20 Anfragen erreichen das Präventionsnetzwerk pro Monat. Jetzt sollen sich 18 für Hessen zuständige VPN-Mitarbeiter ab sofort um die Fragen und Sorgen der in Stadt und Kreis Offenbach Lebenden in diesem Bereich kümmern. Zielgruppe sind sowohl Jugendliche mit beginnendem Radikalisierungsprozess als auch Rückkehrer.

„Den meisten jungen Menschen, die Opfer einer Radikalisierung werden, fehlt es oft an grundlegenden Kenntnissen des Korans. Polizei, Pädagogen und Islamwissenschaftler arbeiten gemeinsam daran, die Jugendlichen zu beraten und sie wieder auf den richtigen Weg zu führen. Diese Beratung schließt auch deren Eltern und Angehörige mit ein. Die Jugendlichen werden motiviert, selbstständig ihre Meinung zu bilden und niemandem einfach blind nachzufolgen. Ich finde es sehr gut, dass das VPN mit seinem Programm so viele Jugendliche erreicht hat. Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Anzahl an Salafisten nicht weiter vermehrt. Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dafür nutzen, dass in Deutschland Scharia, Dschihad und Paralleljustiz keinen Platz haben.“

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