Nach dem RTL-Bericht über die Zustände im DRK-Seniorenheim in Mühlheim wollte sich der hessische Landtagsabgeordnete der CDU und Wahlkreisabgeordneter Ismail Tipi selber ein Bild vor Ort machen. Dazu traf er sich mit der Einrichtungsleiterin Annerose Hohmann.

„Ich selber kenne die Einrichtung schon seit ihrer Eröffnung vor etwa sieben Jahren. Damals habe ich mich sehr darüber gefreut, dass durch das DRK-Seniorenheim nun auch Mühlheim ein zu Hause für alte, kranke Menschen hatte. Umso mehr haben mich die Berichte, die im Fernsehen zu sehen und über die in den Zeitungen zu lesen waren, schockiert. Ich konnte mir so etwas gar nicht vorstellen, gerade hier in diesem Heim. Deshalb war es mir ein besonderes Anliegen, mir vor Ort ein eigenes Bild zu machen und auch mit betroffenen Heimbewohnern über die Vorwürfe zu sprechen“, betont Tipi.

Annerose Hohmann betonte bei dem Gespräch, dass die Mitarbeiter, die in dem Bericht erwähnt wurden, sofort suspendiert wurden. Weitere Schritte werden anwaltlich geklärt, versicherte sie. „In dem Gespräch hat sie aber auch deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich den Vorwürfen zu stellen und die Probleme nicht nur kurzfristig zu beseitigen. Man müsse vielmehr nach den Ursachen suchen und langfristige nachhaltige Maßnahmen ergreifen, damit sich so etwas nicht mehr wiederholt. Dazu werden unter anderem auch übergreifende Kontrollen durchgeführt, nicht nur von Pflegern. Das, was passiert ist, sieht sie als Chance aber auch als eine Herausforderung“, so berichtet Tipi nach dem Gespräch.

Vor allem jetzt sei die Lage sehr angespannt. Die Vorwürfe führten dazu, dass die Arbeitskräfte mit einem noch höheren Druck und einer noch höheren Arbeitsbelastung fertig werden müssten. Hohmann selbst, aber auch andere Mitarbeiter, werden sogar bedroht.

„Solch einen Zustand, wie er in den Fernsehberichten gezeigt wurde, darf es nirgends geben. Es ist unsere menschliche und gesellschaftliche Pflicht für die Seniorinnen und Senioren zu sorgen, damit sie in menschenwürdigen Umständen leben können. Wir müssen in der Sache hart sein, aber auch fair bleiben. Sowohl intern als auch über die Behörden gilt es die Vorwürfe nachhaltig zu klären. Doch wir müssen dabei einen fairen Umgang bewahren, denn nur so kann daraus eine Chance entstehen, die Probleme zu beheben und immer zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner effektiv zu handeln“, betont der Heusenstammer Landespolitiker ausdrücklich.

„Ich habe auch das Gespräch mit Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich gesucht, der das Haus seit vielen Jahren betreut und die Menschen dort kennt. Auch er war überrascht über diese Berichte. Und auch er versicherte mir, dass der allgemeine Umgang mit den Bewohnern im Haus sehr freundlich ist.“

Doch bei dem Gespräch mit der Einrichtungsleiterin wurde deutlich, dass die Vorwürfe nicht alle Bewohner oder Pfleger betreffen. „Es mag sein, dass diese beschuldigten Mitarbeiter die einzigen 'schwarzen Schafe' waren. Schlechte Umstände und falscher Umgang müssen selbstverständlich sofort und effektiv beseitigt werden. Wir dürfen deshalb jetzt aber nicht den Fehler machen, alles und jeden unter Generalverdacht zu stellen oder eine Art 'Hetzjagd' zu veranstalten. Für mich war es bei diesem Besuch wichtig gewesen, mit den mir persönlich bekannten Bewohnerinnen und Bewohnern zu sprechen. Eine liebevolle Einrichtung, freundliches Personal und zufrieden aussehende Bewohner haben nicht unbedingt den Eindruck vermittelt, wie er in den Fernsehbildern zu vernehmen war. Das zeigt mir auch, dass hier mit viel Empathie gehandelt wird und dass es vor allem auch Frau Hohmann ein besonders wichtiges Anliegen ist, alles aufzuklären und Maßnahmen zu treffen, damit die Seniorinnen und Senioren in diesem Seniorenheim würdevoll und unter familiären Bedingungen weiterleben können. Als Landespolitiker werde ich auch in Zukunft alles versuchen, dass die Menschen besonders im hohen Alter respektvoll behandelt und gepflegt werden. Das sind wir unseren Eltern und Großeltern schuldig.“

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