Laut einer Untersuchung des Bundesfamilienministeriums sind 70.000 Frauen in Deutschland von ritueller Genitalverstümmelung betroffen. Unter ritueller Genitalverstümmelung versteht man einen pseudo-medizinischen Prozess, in welchem Teile des weiblichen Geschlechtsorgans oft mit Rasierklingen oder sogar Glasscherben ohne Betäubungs- oder Schmerzmittel abgeschabt werden. Diese Prozedur wird oft von nicht-ausgebildeten Amateuren ausgeführt und ist Teil eines traditionellen Initiationsritus, in dem ein junges Mädchen zur Frau wird. Diese Praxis ist vor allem in nordafrikanischen Ländern, dem Irak, Indonesien und Malaysia verbreitet. Da Genitalverstümmelung in Deutschland von keinem Frauenarzt praktiziert wird und die Tat als schwere Körperverletzung mit zehn Jahren Haft für den Täter gewertet wird, reisen viele in Deutschland lebenden Familien mit den Kindern in eben diese nordafrikanischen Länder, um die Verstümmlung dort zu vollziehen.

„Rituelle Genitalverstümmelung bei jungen Mädchen ist mit unseren westlichen, modernen Werten moralisch nicht ertragbar und der Staat sollte auf allen Ebenen mit harter Linie versuchen, diese Praxis mithilfe von Aufklärung, aber vor allem auch harter rechtsstaatlicher Strafverfolgung bekannter Fälle zu bekämpfen“, so der hessische CDU-Landtagsabgeordneter Ismail Tipi.

Sehr vielversprechend ist ein neues von der Organisation Pro Familia ins Leben gerufene Schutzprojekt, welches Ansprech- und Beratungsstellen anbietet für Betroffene, aber vor allem Freunde, Bekannte und Familienmitglieder, die von der geplanten Genitalverstümmelung eines jungen Mädchens gehört haben, sie verhindern oder über die rechtlichen Konsequenzen aufgeklärt werden wollen. Das Ziel des Projektes sei, das in Deutschland vorhandene Wissen über Genitalverstümmelung besser zu vernetzen und somit eine nachhaltige Schutz- und Versorgungsstruktur aufzubauen. Das hessische Sozialministerium wird dieses Projekt nächstes Jahr mit 100.000 Euro fördern.

„Mit Blick auf rituelle Genitalverstümmelung macht mich besonders traurig und wütend, dass auch hier wieder ein sozialer und familiärer Druck, wie so oft in traditionellen und radikal-religiösen Haushalten, auf junge Menschen ausgeübt wird, der diese indirekt in solch fürchterliche Situationen zwingt. Auch deshalb liegt mir ein entschlossener Kampf gegen diese Praxis besonders am Herzen!“

« Ismail Tipi: Am Tag der deutschen Einheit muss uns bewusst werden, wie wichtig und wertvoll Demokratie und Freiheit sind Salafisten verschmieren möglicherweise Wahlplakate »